29.
Dezember 2010
2011
muss zum Jahr des Klimaschutzes werden
Auf der UN-Klimakonferenz im mexikanischen Cancún
verständigte sich die Weltgemeinschaft auf zwei Abschlusspapiere: Die globale
Erderwärmung soll auf 2 Grad gegenüber der vorindustriellen Temperatur begrenzt
werden, und das von der Wissenschaft vorgegebene Ziel, dass die Industriestaaten
den Treibhausgasausstoß bis 2020 um 25 bis 40 Prozent vermindern sollen, wird
anerkannt. "Nach dem gescheiterten Gipfel von Kopenhagen ist dies ein Strohhalm
der Hoffnung", bewertet der Kreisvorstand von Bündnis 90 / Die Grünen das
Ergebnis von Cancún. Gelöst sei damit jedoch noch kein einziges Problem. 2011
müsse gehandelt werden, um die Erde vor dem Schlimmsten zu
bewahren.
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Ginge
es nach dem Grünen Kreisvorstand, so würden
in naher Zukunft auch in der Bodenseeregion Windräder
Strom produzieren.
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Die Klimaerwärmung ist ein Fakt. 2010 war erneut das
wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Im globalen Mittel ist die
Temperatur bereits um fast ein Grad gegenüber dem vorindustriellen Wert
angestiegen, Tendenz steigend. Damit einher geht eine Häufung an extremen
Wetterereignissen. "Wir sehen zwischen dem von Menschen gemachten Klimawandel
und der Flutkatastrophe von Pakistan einen Zusammenhang", sagt Matthias Klemm
vom Kreisvorstand der Grünen. Tausende von Todesopfern und 20 Millionen Menschen
auf der Flucht vor den Fluten - die Warnung von UN-Chef Ban Ki-moon, der
Klimawandel bedrohe die Menschheit wie ein Krieg, sei bereits Realität geworden.
"Den Zweiflern antworten wir mit einer ganz konservativen Aussage: Niemand kann
ausschließen, dass die Unwetter auf den Verbrauch an fossilen Brennstoffen durch
die Menschheit zurückzuführen sind", meint Klemm. "Dies verpflichtet uns zum
Handeln." 2012 laufe das Kyoto-Protokoll aus. "Wenn es 2011 im südafrikanischen
Durban nicht gelingt, ein effektives Nachfolgeabkommen auszuhandeln, sind die
katastrophalen Folgen eines ungebremsten Klimawandels nicht mehr abzuwenden",
warnt Klemm.
Zum Erfolg führe nur ein einziger Weg: USA, Russland, China
und Indien müssten davon überzeugt werden, dass wirtschaftliche Prosperität und
Klimaschutz keinen Widerspruch darstellen. Leider habe Deutschland unter
Schwarz-Gelb seine Vorreiterrolle aufgegeben und unter dem Druck der
Energiekonzerne den Rückwärtsgang eingelegt, meinen die Grünen. "Der
Bundesumweltminister hat sich mit dem Konzept der Green Economy nicht gegen den
Kurs des EnBW-Lobbyisten Mappus durchsetzen können", so Klemm. Das Ergebnis
seien die Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken und die Aufweichung des
Rot-Grünen Gesetzes für den Ausbau von erneuerbaren Energien. "Der Prozess war
unter Rot-Grün auf einem guten Weg, nun ist die Dynamik dahin", beklagt Klemm.
Den Preis für den reduzierten Wettbewerb auf dem Strommarkt bezahlten die
Bürger, und beim Ausbau der Regenerativen komme nichts an.
"Diesen von
Grund auf falschen Weg in der Energiepolitik hat Schwarz-Gelb zu verantworten",
fährt Klemm fort. "Sollten die Grünen von den Wählern wieder
Regierungsverantwortung übertragen bekommen, werden wir mit Vernunft und
Augenmaß Entscheidungen treffen, die den Menschen, der Wirtschaft und der
Ökologie dienen, nicht den Profitinteressen einzelner Konzernchefs." Der
Strommarkt müsse weiter dezentralisiert werden. "Wir brauchen stärkere
Stadtwerke, die konsequent auf erneuerbare Energiequellen setzen." Die
CO2-Einsparpotentiale müssten auf allen Ebenen genutzt werden. "Ein klarer
Bewusstseinswandel bei uns kann auf dem nächsten Klimagipfel einen Beitrag zum
Durchbruch leisten. Wir sind dies den kommenden Generationen schuldig",
appelliert Klemm.
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